Meet the team: Benjamin Schöb

Bereits als kleiner Junge faszinierten Beni Schöb, der in Hedingen im Kanton Zürich aufgewachsen ist, starke Motoren. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Marcel liess er an keinem Motor eine Schraube locker – egal, ob Dampf-, Elektro- oder Benzinmotor. Motoren, deren Aufbau und die Technik, beeindruckten beide. Mit Schlag 18 kauften sie sich ihre ersten Motorräder – KTM und Husqvarna, die Platzhirsche unter den Cross-Maschinen. Und damit begann auch die Rennkarriere.

Beni Schöb

Wie kamst du dazu, Motorrad-Rennen zu fahren?

Mit unseren beiden Cross-Maschinen fuhren wir viel und überall. Auf und abseits der Strasse, auch auf Strecken, aber keine Rennen. Ende der neunziger Jahre ist dann die Supermoto-Szene in Europa aufgekommen. Dort haben mein Bruder und ich aktiv mitgewirkt. Die Rennen sind wir immer unter der Flagge des «Motopirat Racing Team» gefahren. Aufgrund eines tragischen Zwischenfalls war für mich 2004 Ende. Erst zwei Jahre später bin ich wieder in den Rennzirkus eingestiegen und habe für mich eine neue Disziplin entdeckt: Strassenrennen.

Was fasziniert dich an dieser Disziplin?

Die Präzision. Im Strassenrennen gewinnt man im Gegensatz zu anderen Rennsportarten durch ruhige und präzise Fahrtechnik. Die Fahrt ist filigraner. Man muss die Haftgrenze der Reifen und Belastungsgrenzen des Materials exakt kennen, um das Optimum herauszuholen – wenn ich z.B. mit 280 km/h metergenau bremsen muss, um die dreissig Zentimeter Abstand zum Konkurrenten zu nutzen, um zu überholen. Oft erlebe ich Fahrer, die entweder zu ungestüm unterwegs sind und dadurch früher oder später im Kiesbett landen – oder eben diese Grenzen zu wenig ausloten und somit nicht in die vorderen Ränge fahren. Diese Kombination von Geschwindigkeit und Genauigkeit zu finden, fasziniert mich. Für meine aktuelle Maschine, eine Honda VTR SP2 HRC, habe ich das Optimum gefunden. Deshalb wohl bin ich zwei Mal auf SM-Niveau (Anmerkung der Red: Schweizermeisterschaft) mitgefahren und konnte im Mittelfeld mithalten.

Wie intensiv betreibst du dein Hobby?

Bis vor zwei Jahren war ich mit meinem kleinen Team, bestehend aus Freundin Alice und Koch Simon, oft auf Achse. Im Sommer verbrachten wir fast jedes Wochenende auf europäischen Formel-1-Grand-Prix-Strecken wie dem Hockenheimring, Spa-Francorchamps oder Brno. Heute fahre ich mit meiner Honda noch ca. drei Rennen pro Jahr.

Welche Gedanken schiessen dir durch den Kopf, wenn du mit 160 km/h in die Kurve fährst?

Möge der Asphalt immer unter meinen Reifen bleiben – das Motorrad geht sonst kaputt, und dann brauche ich zu lange, um für den nächsten Lauf bereit zu sein. Das ist mir im letzten Jahr in einem Rennen in Magny-Cours (Frankreich) passiert. In der Lycée-Kurve habe ich das Motorrad zerschmettert. Das Tankvolumen wurde durch den Aufprall um einen Drittel reduziert. Einzelteile der Verschalung liegen wohl noch immer im Kiesbett. Versteh mich nicht falsch – natürlich ist mir meine Sicherheit auch wichtig, aber die Vorschriften sind scharf und die Rennstrecken sicher gebaut. Ich sehe da wenig Gefahr für mich, aber wenn das Motorrad zu stark beschädigt ist, dann krieg ich es, trotz 100 Prozent Teameinsatz, nicht fit für den nächsten Lauf, und wir können wieder nach Hause fahren. Da packt jeder mit an. Auch meine Freundin Alice und der Koch werden zu Technikern.

Wer ist für die Wartung/Technik des Motorrads zuständig?

Ich mache alles selbst. Die Maschine habe ich ursprünglich für den Einsatz auf der Strasse gekauft. Winter für Winter habe ich sie umgebaut und für die Rennen fit gemacht. Im Bereich des Motors kriege ich vom Mechaniker und Teamchef professionelle Unterstützung.

Welche Fähigkeiten aus dem Rennsport nützen dir in deiner Arbeit?

Sicher die Fähigkeit, mich zu konzentrieren, und mein Durchhaltewille. Aber auch die Liebe zur Teamarbeit. BSI funktioniert auch als Gemeinschaft. Ich bin Mitte 2004 zur BSI gestossen. Mein Entscheid war stark davon beeinflusst, dass unser CEO Chris mir beim Bewerbungsgespräch gleich das «Du» anbot und es ehrlich meinte.

Seit 2008 leite ich den Bereich Customer Care und bin verantwortlich dafür, dass wir unsere vertraglich vereinbarten Leistungen erfüllen, Termine einhalten und auch unter Zeitdruck gute Resultate erbringen. Bei Systempannen sind die Anforderungen an Bereitschaft und Reaktionszeit vergleichbar wie im Rennsport. Im Team kreative und unkonventionelle Lösungen für unsere Kunden zu finden – das gefällt mir.

Für Beni Schöb ist der Motorsport ein perfekter Ausgleich zur Arbeit. Wir wünschen ihm weiterhin trockene Strassen!

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