Nervenflattern – wilde Geschichten aus dem Alltag eines Marketeers

Paket-Tracking
Paket-Tracking

In fünf Tagen können MixeeMes ganz Europa erobern – falls alles rund läuft – auf der Speditionsseite.

MixeeMes sind lustige Figuren, die individuell online erstellt und im 3D-Drucker zum Leben erweckt werden. Das ist der erste Teil der Geschichte – der «einfache», weil kontrollierbare Teil. Und wenn etwas Marketeers wie mich glücklich macht, dann kontrollierbare Prozesse. Der zweite Teil, ist der vermeintlich kontrollierbare: international spedieren, von San Francisco nach Zürich. Globalisierung sei Dank, das scheinbar einfachste auf der Welt: Die MixeeMes werden in ein Paket gesteckt und einem der üblichen Verdächtigen im globalen Versandbusiness übergeben, Express natürlich – man will keine Zeit verlieren. Was ich dabei vergessen habe: Das ist der absolute Kontrollverlust. Ich bin den nicht fassbaren Mächten internationaler Speditionsregeln ausgeliefert.

In der Zwischenzeit bereite ich alles für die grosse Übergabe der MixeeMes vor: die Gäste werden eingeladen, Bier und Wurst gekauft.

Der Event rückt näher, alle freuen sich – doch das Paket ist noch nicht eingetroffen. Panik! Wo bleibt es? Am Zoll stecken geblieben? Oder noch nicht mal auf europäischen Festland? Zweimal Panik.

In der Hetze die Tracking-Nr. suchen, Telefon in die Hand – anrufen, aber wem? Irgendwelche nichts aussagende Meldungen, wie: «Paket noch in SF». Ist es vom Wagen gefallen? Hat das Paket dem Spediteur als Pausen-Stuhl gedient? Keine Reaktion, ausser: «es ist auf dem Weg». Können wir es zurück haben und mit dem Flieger holen? Wie kriegen wir diese MixeeMes in einem Wochenende von Nirgendwo nach Zürich? Blanke Panik. Absoluter Kontrollverlust. 

Einzige Lösung: alle Gäste kontaktieren, vertrösten, zu einem späteren Zeitpunkt einladen: eine weitere Woche sollte wohl reichen. Neuer Termin.

Das Paket ist auch später nicht da und taucht wohl in nützlicher Frist auch nicht mehr auf. Verloren. Was tun?

Neue Bestellung auslösen, MixeeMes neu drucken lassen, neues Paket, neuer Spediteur, neues Glück. Wieder Express, 5 Tage später: Good News aus Basel: customs cleared.

Soeben halte ich das Paket in meinen Händen. Ein grossartiges Gefühl, ich freue mich auf den Event. Und eines wurde mir bewusst: Das blinde Vertrauen auf ein System, auf die Daten und meine Checklisten gaben mir das trügerische Gefühl, die Welt im Griff zu haben. 

Liebe Marketeers, haltet für euren Event immer einen Plan B bereit.