Eclipse Scout für Raiffeisen

Moderne Benutzeroberfläche mit unveränderter Business-Logik zum Fixpreis

Produkt: Eclipse Scout | Branche: Finanzinstitute

Raiffeisen setzt Kernbankenapplikation für Kreditabwicklung mit Eclipse Scout um: Schweizweit nutzen die Mitarbeitenden die neue Benutzeroberfläche im Kreditbereich für Anträge, Bewilligungen und Kreditverträge.

Mit 3.7 Millionen Kunden ist die Raiffeisen Gruppe die führende Retailbank der Schweiz: Fast jede zweite Person im Lande ist Raiffeisen-Kunde. Lokale Verankerung und Kundennähe zählen zu den zentralen Werten der Bank. Die dritte Kraft im Schweizer Bankenmarkt mit über 10 000 Mitarbeitenden lebt diese Werte tagtäglich, und zwar im dichtesten Bankennetz des Landes: In 1015 Bankstellen werden Kunden zu den Themen Zahlungsverkehr, Anlage und Vorsorge beraten. Besonders beliebt ist das Hypothekargeschäft: Beinahe jede fünfte Hypothek in der Schweiz stammt von einer Raiffeisenbank. Damit zählt die Kreditabwicklung zu einem sehr wichtigen Thema für die Genossenschaft.

Christian Friedl, Abteilungsleiter der Front-Entwicklung bei Raiffeisen

«Die bestehende auf JSP basierende Lösung war bereits in die Jahre gekommen und verursachte immer wieder Probleme. Um das Risiko zu minimieren und für die Zukunft bereit zu sein, mussten wir die JSP-Benutzeroberfläche durch ein neues GUI ersetzen», sagt Christian Friedl. Der Abteilungsleiter Front-Entwicklung bei Raiffeisen betont, dass das Kreditgeschäft für Raiffeisen zum absoluten Kerngeschäft gehört: «Wir mussten den Banken schnell ein effizientes und funktionstüchtiges Tool zur Verfügung stellen, um einen reibungslosen Ablauf weiterhin sicherzustellen. Es wäre in Anbetracht unserer geringen Erfahrung mit dem Scout-Framework und unter Berücksichtigung der Lernkurve auch nicht effizient gewesen, die Lösung selbst umzusetzen. Zudem sind unsere Mitarbeitenden mit anderen fachlichen Projekten, die zu ihren Kernaufgaben zählen, voll ausgelastet. Wir mussten schnell eine gute Lösung haben und entschieden uns deshalb, auf ein bestehendes und etabliertes Framework zu setzen», sagt Christian Friedl.

Es gab schon davor Überlegungen, die ganze Kernbankenapplikation auf Java zu migrieren. In diesem Kontext kam es auch zu einer Frontend-Evaluation. «So lernten wir das Scout Framework kennen», sagt Christian Friedl. Der Fachmann hat schon viele GUI-Technologien kommen und gehen sehen. Sein Ziel war es, sich davon unabhängig zu machen, um Kosten und Risiko für die Bank zu minimieren: «Mit dem Scout Framework können wir uns abkoppeln und von den vielen Wechseln befreien. Das Framework wird auch bei BSI eingesetzt. Das heisst, es wird stets à jour gehalten und wir sind immer auf dem letzten Entwicklungsstand.» Auch Peter Nüdling, Software-Architekt seitens Raiffeisen, erinnert sich an die Evaluierung:

«Es war schnell klar, dass Eclipse Scout als Standard gut zu uns passt. Mit BSI haben wir einen Partner gefunden, dessen Fachkompetenz und Teammitglieder uns überzeugen. Die räumliche Nähe und die gemeinsame deutsche Sprache ist bei der Umsetzung von Vorteil.»

Und so wurde die Modernisierung der Benutzeroberfläche zügig im Rahmen eines Fixpreisprojektes umgesetzt. Dabei waren gewisse Rahmenbedingungen einzuhalten. Um keine Schulungsaufwände zu verursachen, musste das Layout der Benutzeroberfläche eins zu eins in den neuen Scout Client übernommen werden. Und um das Risiko möglichst tief zu halten, sollten die Backend-Services unverändert bestehen bleiben, wobei der Scout Server über eine neu erstellte REST Schnittstelle auf diese Services zugreifen sollte. Beide Ziele konnten dank des engagierten Projektteams und des modernen Open Source Framework Eclipse Scout innert kürzester Zeit erreicht werden: «Wir wollten die technischen Risiken weitestgehend minimieren. Andere Frameworks sind sehr speziell und erfordern teures Spezial-Know-how. Scout ist ein Framework, das jeder beliebige Java Entwickler schnell im Griff hat», so Christian Friedl.

Ein «oberflächliches» Vorzeigeprojekt

Innerhalb von nur vier Monaten realisierte das Scout Team von BSI mit fachkundiger Unterstützung seitens Raiffeisen die neue Benutzeroberfläche für die Kreditabwicklung im Backoffice. «Unsere Berater und Backoffice-Mitarbeitende können die Kunden heute wieder mit einer modernen Benutzeroberfläche schnell und effizient bedienen. Dabei wird der ganze Prozess vom Kreditantrag über die internen Prüfungen, Genehmigungen und Bewilligungen bis hin zum Vertrag abgedeckt. Die einzelnen Anträge und Bewilligungen sind in Scout implementiert. Wir haben also erstmals einen Kernteil der Kreditabwicklung mit Scout umgesetzt», so Peter Nüdling.

Das Projekt verlief reibungslos und wird seitens Raiffeisen gar als «Vorzeigeprojekt» bezeichnet: «Die Zusammenarbeit zwischen BSI und Raiffeisen war sehr erfolgreich. BSI hat viel Erfahrung und gute Entwickler eingebracht. Unsere Mitarbeitenden haben die BSI Expertise mit ihren fachlichen Inputs ideal ergänzt. Die Zusammenarbeit gestaltete sich unkompliziert und auf Augenhöhe», sagte Christian Friedl. Obwohl es sich um ein Fixpreisprojekt handelt, wurde kein fertiges Produkt abgeliefert, sondern eng und kollegial bei der Raiffeisen in Dietikon zusammengearbeitet:

«Ich würde es wieder genauso machen. Die Zusammenarbeit hat auf allen Ebenen gut funktioniert. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, konnten schnell entscheiden, und in Rekordzeit bei 330 Banken produktiv gehen.»

Christian Friedl, Abteilungsleiter der Front-Entwicklung bei Raiffeisen

BSI hat Raiffeisen bis in die Pilotierung hinein begleitet. Nach der Einführung der modernisierten Anwendung hat Raiffeisen die Wartung und Weiterentwicklung der Anwendung wieder selbst übernommen.

«Trotz Kurzfristigkeit der Anfrage wurden wir tatkräftig unterstützt und offen über Mögliches und Unmögliches beraten. Das Angebot war realistisch; der Fixpreis für die Bank ein wichtiger Punkt. Dass die BSI Mitarbeitenden vor Ort in den Räumlichkeiten von Raiffeisen mitgearbeitet haben, hat sehr zum schnellen Know-how-Transfer beigetragen. Und dank unserem Supportvertrag sind wir heute ganz unabhängig, können bei Bedarf Fragen stellen und uns auf eine schnelle Antwort verlassen», so der Abteilungsleiter der Front-Entwicklung. Das Team wird weiterhin auf Scout setzen.

Aktuell werden von den Raiffeisen Entwicklern weitere Komponenten in die neue Scout Architektur integriert. «Wir versuchen die übrigen Anwendungen, die noch aus der alten Technologie stammen, themenbasiert in Scout zu übernehmen. Damit eliminieren wir in spezifischen Bereichen die Abhängigkeit von veralteten Technologien und können dem Kunden gleichzeitig eine gute, moderne Benutzeroberfläche bieten. Es ist uns sehr wichtig, dass wir die Teilapplikation vollständig in Scout anbieten können, um möglichst wenige Schnittstellen mit anderen Applikationen zu schaffen. Der Plan ist, diesen Weg weiterzugehen und die Anwendungen der fachlichen Beratung in Scout umzusetzen.»

Raiffeisen hat sich auch detailliert mit der Roadmap von Eclipse Scout auseinandergesetzt. Dank dem Java basierten Anwendungsmodell von Scout kann Raiffeisen einem Wechsel auf eine moderne HTML5 Technologie gelassen entgegenblicken. Für die Umstellung von der aktuellen Rich-Client-Technologie auf HTML5 muss nur mit minimalen Kosten gerechnet werden. Auch die Scout Architektur sagt dem erfahrenen Software Architekten zu:

«Mit Scout schaffen wir eine bessere Zukunftsperspektive, als wir sie jemals hatten. Das Framework wird von BSI aktiv weiterentwickelt und auch von BSI selbst eingesetzt. Man kann nur gute Werkzeuge entwickeln, wenn man sie selbst aktiv einsetzt und nutzt.»

Peter Nüdling, Software-Architekt bei Raiffeisen

Nicht nur die Anwender sind zufrieden mit der neuen Oberfläche. «Selbst kritische Mitarbeitende haben mittlerweile den Mehrwert des Scout Frameworks erkannt», bemerkt Peter Nüdling. Und neue Mitarbeitende finden sich schnell mit der neuen Architektur zurecht, was sich auch positiv auf die Entwickler-Effizienz auswirkt. «Wir haben mit Scout einen Teil der Kernbankenlösung umgesetzt. Diese muss im Sinne des Investitionsschutzes Bestand haben und sicher sein. Wir haben mit JSP die Erfahrung gemacht, dass GUI Technologien oft von kurzer Lebensdauer sind. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit Scout langfristig gut unterwegs sind und neue Technologien problemlos integrieren können. Mit Scout können wir uns auf die Entwicklung der Geschäftslogik konzentrieren und dem Kunden ein gutes bankfachliches Produkt liefern», fasst Peter Nüdling zusammen.

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