Storytelling – Von den Profis lernen: Teil 3

Im Film dreht sich alles um das Thema Glaubwürdigkeit. Denn für authentische Geschichten braucht es glaubhafte Darsteller. Das gilt auch für Unternehmen. Die brauchen motivierte Mitarbeiter mit einer Vision vor Augen, die als glaubwürdige Testimonials auftreten. In unserer vierteiligen Blogreihe begeben wir uns auf die Suche nach dem Geheimnis guter Geschichten und unterhalten uns mit drei Berufs-Storytellern. Teil 3 mit dem Schweizer Schauspieler Anatole Taubman.

Anatole Taubmann, Schweizer Schauspieler

Meet the actor

Anatole Taubman ist ein vielseitiger Schweizer Schau-spieler, bekannt für seine Charakterrollen. Er wirkte bereits in mehr als 100 Kino- und TV-Produktionen mit. Im Bond-Film «Ein Quantum Trost» verkörperte er an der Seite von Mathieu Amalric den Schurken Elvis. Aktuell dreht er mit Bettina Oberli die Tragikomödie «Wanda, mein Wunder». Er ist Botschafter von UNICEF Schweiz.

Du zählst zu den international erfolgreichsten Schauspielern aus der Schweiz. Welche Rollen nimmst du an, welche sagst du ab?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Drehbuch, Rollen-/Charakterprofil, emotionaler Bogen, Regisseur, Produktion, Mitschauspieler. Wichtig ist für mich, dass die Geschichte, die erzählt wird, global funktionieren kann. Dass es um Themen und Gefühle geht, die man überall auf der Welt nachfühlen kann. Ausnahme sind Blockbuster, meistens aus den USA kommend.

Wo findest du Inspiration für deine Rollen?

Überall. Im Alltag. Im Leben. Beobachten, Neugierde und Phantasie gehören zu meiner Grundausstattung.

Deine Lieblingsgeschichte?

Ich habe viele Lieblingsgeschichten. Die meisten kommen aus dem wahren Leben. Die Realität schreibt die komischsten, absurdesten, traurigsten und unvorstellbarsten Geschichten. Grenzenlos.

Was zeichnet für dich einen richtig guten Film aus?

Drei Sachen: ein gutes Drehbuch, ein gutes Drehbuch und ein gutes Drehbuch (Billy Wilder).

Bist du selbst ein guter Storyteller?

Ja, sogar ein sehr guter. Als Heimkind wurden Selbstschutz und Unterhaltung schon früh Teil meiner «Überlebensstrategie» – natürlich unbewusst.

Was war deine Lieblingsrolle?

Irgendwie muss ich mich ja in jede meiner Rollen verlieben, um sie so wahrhaftig wie möglich wiederzugeben. Es gibt daher keine Lieblingsrolle für mich. Von manchen kann ich mich besser verabschieden, von anderen fällt mir die Trennung schwerer. Es ist dann immer wie ein kleiner Tod, den ich durchmache. Romantisch, schmerzhaft, befreiend, ehrlich. Meinen Montcourt in der TV-Serie «Versailles» hätte ich gerne auch noch in der 2. und 3. Staffel bewohnt. Leider musste er am Ende der 1. Staffel sterben, immerhin durch Louis XIV himself.

«Die Realität schreibt die komischsten, absurdesten, traurigsten und unvorstellbarsten Geschichten.»

Anatole Taubmanbekannt für seine Charakterrollen

Du kommst aus der Schweiz und hast einen britischen Pass – wie James Bond. Gibt es sonst noch etwas, das dich mit der Figur verbindet?

Ich bin mittlerweile sicherlich auch ein echter Gentleman. Ansonsten, vielleicht der Charme und das Angstfreisein vor Menschen und Konflikten, jedoch immer gewaltfrei und mit Kommunikation, im Dialog, mit Zuhören.

In «Ein Quantum Trost» hast du den Schurken Elvis gespielt – was hat dich an dieser Rolle fasziniert?

Aus einer im Drehbuch relativ «farblosen Tapete» eine «bunte Tapete» zu kreieren, an die man sich erinnert. Nicht nur Funktion zu sein, sondern ein Mensch mit Identität und Hintergrund.

«Wichtig ist für mich, dass die Geschichte global funktionieren kann.»

Anatole TaubmanSchweizer Schauspieler

Datum