Künstliche Intelligenz: David gegen Goliath

Wie auch Unternehmen mit weniger Datenpower von Künstlicher Intelligenz (KI) profitieren und was KI dem Marketing bringt. 3 Fragen an Chris Rusche, BSI Innovator und Produktentwickler.

Chris Rusche, BSI Innovator und Produktentwickler

Profitieren nur die Datenriesen von den KI-Errungenschaften oder haben auch Unternehmen mit überschaubaren Datenmengen eine Chance?

Klar ist: Werden Unternehmen grösser, haben sie Vorteile. Sie können ihre kleinen Konkurrenten aufkaufen oder klein halten – dank ihrer Kapital- und Einkaufskraft sowie ihrer Marktpräsenz. Aber Grösse verlangsamt auch und erschwert Transformation. In Zukunft werden die grossen Unternehmen nun auch noch die Daten haben, die matchentscheidend sind. Nutzen sie diese richtig, können sie ihre Trägheit überwinden und schneller und flinker auf Marktänderungen reagieren als ihre kleinen Konkurrenten.

David gegen Goliath? Düstere Aussichten für Schweizer und deutsche Unternehmen mit weniger Datenpower?

Keineswegs. Es gibt auch neue Machine-Learning-Ansätze (Stichwort Transfer Learning), die mit weniger Daten auskommen. Und Software zu vernünftigen Preisen und laufenden Kosten, die die Vorteile von KI für alle im Unternehmen nutzbar macht – nicht nur für Data Scientists. So können auch kleinere Player oder organisatorische Silos von Konzernen profitieren. Daran arbeiten wir bei BSI: KI für «normale» Menschen und normale Datenmengen.

Wie kann KI im Marketing helfen?

KI kann bei der Trenderkennung, dem Themenmonitoring, bei Churn Detection, Lead Scoring und Sentimentanalysen spannende Insights liefern. Das reicht aber nicht aus. Denn: Was bringt es, Veränderung schnell zu erkennen, aber nur langsam darauf zu reagieren? Das Wissen muss auch genutzt werden, um die Produkte, Vertriebswege und Marketingstrategie anzupassen und laufend zu verbessern. Das ist für heutige grosse Unternehmen nicht einfach. Es bedingt eine umfassende (digitale) Transformation und Vertrauen in die eigenen Produkte. Und es erfordert Agilität und Innovationswillen.